
PEGNITZRAUSCHEN
RAUSCHEN 4
| Melancholie, aber auch viel Witz "Pegnitzrauschen" im Atelier von Bernd Wagner - Texte heimischer Autoren |
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| Die Protagonisten des Leseabends: Michael Lösel, Günter Körner, Renate Scholz, Dieter Diehnelt, Christine Treiber und Andreas Hessenauer.
Während der aufkommende Regen die Besucher der Laufer Hämmernkirchweih unter ihre Regenschirme flüchten ließ, wurde es im Atelier an der Pegnitz richtig gemütlich. Zwischen den Figuren von Bernd Wagner, der Atelier als Veranstaltungsort für das "Pegnitzrauschen", einen Leseabend von heimischen Autoren, bereitgestellt hatte, konnten die Besucher den Zauber von Gedichten und Geschichten auf sich wirken lassen. Eigentlich freue er sich über den Regen, sagte Michael Lösel, der als Moderator durch die Veranstaltung führte und mit seiner Gitarre passend musikalisch untermalte, bei einem Blick aus dem Fenster, denn Regen sei schon ein wenig melancholisch und Poesie sei immer auch ein bisschen Melancholie. Doch es waren keinesfalls nur traurige Texte, die an diesem Abend vorgetragen wurden. Den Anfang machte Christine Treiber, deren Texte auf den Erfahrungen mit ihrer Umgebung beruhten. Das Publikum, bestehend aus Jung und Alt, konnte bei der Geschichte "Ferenc und die Rosen" über die ständig schimpfende Nachbarin schmunzeln und in "Nur keinen Stress mehr" herzlich über jene Dame lachen, die eigentlich allem Stress aus dem Weg gehen will und dennoch für ein einziges Brot einen Weg von 350 Kilometer bis nach Nürnberg auf sich nimmt - wenn das mal kein Stress ist. Als nächstes kam Günter Körner, der an jene Melancholie anknüpfte, die Michael Lösel mit dem Regen heraufbeschworen hatte: Sein Text "Birne" stimmte nachdenklich, in seinem dazu passenden Gedicht entführte er die Zuhörer auf eine nächtliche Reise zu den Sternen. Als der nächste Autor begann, seine Gedichte vorzutragen, schlossen viele Zuhörer die Augen. So genossen sie "Es glitzern die Tage", "Der Fisch", "One night stand" und "Die blaue Nacht", Andreas Hessenauers Naturlyrik.
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Es folgte Renate Scholz, die mit ihrer Geschichte "Ausstieg in Fahrtrichtung rechts", einer köstlich geschilderten Geschichte von Mutter und Sohn, die beinahe den Zug verpasst hätten, die Zuhörer wieder erheiterte. Loslachen musste man bei den Aphorismen, die sie mit musikalischer Untermalung von Michael Lösel vortrug: "Früher wurden viele Menschen nur halb so alt und hatten doch doppelt soviel Zeit."
Danach folgte Dieter Diehnelt, der mit seinen Gedichten "Es brennt" und "Forget it" wieder in die Welt der Lyrik entführte. In der Pause eröffnete sich dann die Möglichkeit, mit den Autoren über die Texte zu diskutieren oder sich am Buffet zu verköstigen. Nach dieser Pause folgten noch einmal Geschichten und Gedichte der Autoren. Den Anfang macht wieder Christine Treiber, die mit "Am Kaffeetisch" einen SchwiegermutterSchwiegertochter Konflikt schilderte: Dabei ging es nur bedingt um das Klischee von der Schwiegermutter, vor der man sich fürchten muss. Dieses Mal folgte Renate Scholz, die mit ihrem Text "Das freie Wochenende" eine sehr lebensechte Situation schilderte: Wie einigt man sich, wenn die Kinder für ein Wochenende weg sind, wenn Mann Frühschoppen und Stammtisch und Frau Lesenacht und Schaufensterbummel eingeplant hat? Letztendlich ist es wohl so: Man bleibt zu Hause: Als dritte Geschichte folgte "Fliegender Teppich" von Günter Körner, in der sein Protagonist wohl in eine Zeitschleife gefallen ist. Auch dieses Ende war wieder sehr erheiternd. Den Anfang der Lyrik machte Dieter Diehnelt mit seinen Gedichten "Hafiz Rat", "Unter Toten", "Fines Terrae" und "Lorbeer für einen ungeborenen Dichter", Den Abschluss bildeten Michael Lösel mit Gitarre und Andreas Hessenauer mit den Mundart-Gedichten "Pengerz" und "Steppenwolf". Nach diesem Abend wird der eine oder andere Zuhörer dem Satz von Michael Lösel "Denn Posie ist immer auch ein bisschen Melancholie" wohl hinzugefügt haben: Denn Poesie ist immer auch ein bisschen Melancholie und Witz. Pegnitz-Zeitung, 27. 09. 2008, Stephanie Plass Siehe auch Archiv Poesie an der Pegnitz Oktober 08
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