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VITA


Künstlerische Vita

oder statt dessen
Selberlebensbeschreibung
oder Frage-und-Antwort-Spiel lesen?

Michael Lösel wurde 1957 geboren in Weiden / Opf., studierte Literaturwissenschaft, Soziologie und Politologie, schrieb Magisterarbeit über Jean Paul und ist im Hauptberuf freier Autor für Software-Beschreibungen. Da an dieser Stelle die künstlerische Seite dargestellt wird, und in der Dokumentation technischer Zusammenhänge dafür weniger Platz ist, wird auf leztere in der folgenden "Lebensbeschreibung" keine Rücksicht genommen. Bereits während des Studiums vertonte er Gedichte, mit Vorliebe solche aus der Zeit zwischen 1789 und 1848 und machte Lieder daraus.
Dies lag insbesondere daran, dass seine eigenen Texte immerzu Gedichte wurden und die Gedichte fremder Autoren ihm wie Liedtexte erschienen. "Wozu also eigene Liedtexte machen, wenn es noch so viele gute Gedichte gibt, die sich dazu eignen!"
Erste Bühnenerfahrungen sammelte er in den 70er Jahren mit Werner Tharandt und Iris McLaughlin.
Mit der Gruppe "Wunderhorn" zollte er der Folkbewegung der siebziger und achziger Jahre Tribut und brachte die chansonartigen Vertonungen einem wohlgesinnten Publikum zu Gehör. Bevor sich die Gruppe 1994 auflöste – das ist jetzt auch schon über fünfzehn Jahre her – entstanden einige Aufnahmen, die sich unter den Publikationen erhalten haben, unter anderem ein komplettes Programm zu Klabund auf CD und eines zu Heinrich Heine, von welchem es jedoch nur noch die Noten gibt. Von Berlin aus, wo er unter anderem (einziges Wessi-) Mitglied des Arbeiter- und Literatenrates Prenzlauer Berg war, unternahm er seit Mitte der Neunziger Lesereisen mit Berliner Autoren und Begleit-Musikern in die fränkische Heimat, die er unter dem Titel "Jazz-Lyrik-Prosa" einige Jahre lang organisierte.

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Der Literaturkreis, den er seit 1986 moderiert, lief parallel weiter - und trifft sich auch heute noch einige Male im Jahr. Das hunderste Treffen des Literaturkreises war der Anlass für das Buch "Briefe & Taten", das mit Lesung und Musik vorgestellt wurde, eine Literaturfeier, die wiederum die Pegnitz-Zeitung dazu veranlasste die Extra-Seite "Poesie an der Pegnitz" einzuführen - die Michael Lösel seitdem redigiert. Während im Literaturkreis die Texte toter Dichter diskutiert werden, brachte er mit seinen Touren und dem eigens dafür gegründeten AgenTour e.V. lebende Autoren nach Franken, die ihre Texte in dem ein oder anderen von ihm herausgegebenen Taschenbuch hier hinterließen. Auch die Beiträge vieler Autorinnen und Autoren von "Poesie an der Pegnitz" wurden von ihm in den Bänden "Pegnitzrauschen" 1 und 2 gesammelt, bevor er sich nach der Jahrtausendwende wieder eigenen Text-Vorhaben zuwandte. Es entstanden ein kleines Bändchen mit Träumen und phantastischen Geschichten "Aquarien im Keller", siehe Publikationen, Kolumnentexte und moderne Balladen im "klassischen" Stil, die unter anderem bei seinen aktuellen musikalischen Lesungen "Herbstwein" und "Dunkel war's der Mond schien hell" vorgetragen werden. Dabei begleitet er sich gleichzeitig auf der Gitarre. Der Autor, Sprechchansonnier, Herausgeber und Komponist lebt und arbeitet nach seinem mehrjährigen Ausflug nach Berlin wieder in Nürnberg, wo er die "Textarena" moderiert, am Literaturkombinat teilnimmt und an diversen anderen Literaturaktionen mitarbeitet.
Seit Herbst 2010 veranstaltet er in Zusammenarbeit mit den städtischen museen nürnberg erfolgreich die Mus[e]en-Lesungen mit verschiedenen Autoren. Zu den literarischen Rundgängen liegen mittlerweile mehrere „alternative“ Museumsführer als Taschenbuch vor, die beim Tümmels-Verlag erschienen.